Für Spaß und Bauchkribbeln sorgen auf der Festwiese insgesamt fast 200 unterschiedliche Attraktionen, knapp 80 von ihnen sind Fahrgeschäfte. Es gibt zahlreiche traditionelle, nostalgische Schaustellerbetriebe – die ältesten sind schon seit dem späten 19. Jahrhundert im Betrieb. Und jährlich kommen neue Fahrbetriebe hinzu, die sich allerdings kaum von Fahrgeschäften anderer Volksfeste oder Vergnügungsparks unterscheiden. Viele historische Attraktionen gehören hingegen bereits zu den Jahrmarktsantiquitäten und sind nur noch auf dem Oktoberfest zu sehen und zu bestaunen.

Die weitaus älteste Oktoberfestattraktion ist der Schichtl, ein Wiesn-Variété, das den Besuchern bereits seit 1869 allerlei Zaubereien und Kuriositäten präsentiert. Benannt nach seinem Gründer Michael August sowie dessen Brüdern Franz August und Julius Schichtl, ist der Schichtl vor allem für seine etwas makabre Vorstellung, der Enthauptung einer lebendigen Person mit der Guillotine berühmt geworden. Seit der Einführung dieser Sensation sind bereits knapp 10.000 Zuschauer beim Schichtl "enthauptet" worden.

Ein weiterer Bestseller, der bereits seit dem 19. Jahrhundert untrennbar ein Teil des Oktoberfestes ist, ist die Hexen- oder Illusionsschaukel. Entstanden in den USA Ende des 19. Jahrhunderts, kam die Hexenschaukel oder Hex'n Wipp'n erstmals im Jahr 1894 auf die Wiesn und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Durch spezielle Licht- und Bewegungseffekte wird den Besuchern die Illusion vermittelt, als ob sich die Schaukel mehrfach überschlagen würde. Als das weitaus älteste Wiesnfuhrgeschäft ist die Hexenschaukel heute allein auf dem Oktoberfest vertreten und wird nicht mehr, wie früher, von Volksfest zu Volksfest gebracht.

Die Turmrutschbahn Toboggan wurde auf der Wiesn erstmals im Jahr 1906 aufgestellt. Das Rutschen kam in München ausgesprochen gut an, denn zwei Jahre später standen bereits drei Exemplare dieser ursprünglich aus den USA stammenden Rutschen auf dem Oktoberfest. Die Spitze des Turms erreicht der Besucher auf einem ca. acht Meter langen, ständig laufenden Förderband. Auf dem „Toboggan“ – in der Sprache der kanadischen Algonkin-Indianer bezeichnet man damit einen leichten Schneeschlitten – rutscht man dann in einer glatten, sich um den Turm windenden Holzrinne wieder nach unten.


Aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts stammt auch der Teufelsrad, der bereits seit 1910 der Belustigung der Zuschauer dient. Während der Besucher auf dem sich immer schneller drehenden Teufelsrad sitzt und versucht, nicht herunterzufallen, bemüht der "Rekommandeur" mit allen Mitteln gerade das Gegenteil. Vor allem die Zuschauer amüsieren sich oft köstlich auf Kosten der Besucher des Teufelsrads, während sie versuchen, Mut zu fassen und selbst mitzufahren.

Karussells gehörten ja schon sehr früh zu den beliebtesten Attraktionen des Oktoberfestes, wurde ja das erste Karussell bereits im Jahr 1818 aufgestellt. Fast 100 Jahre alt ist auch das älteste heute noch auf der Wiesn stehende Karussell, die Krinoline, die seit den 1920er Jahren jährlich Oktoberfestbesucher anlockt. Wie der Name auch schon vermuten lässt, handelt es sich um ein traditionelles Rundkarussell, und wer ihre rundliche Form und schwankenden Bewegungen sieht, erkennt auch die Ähnlichkeit mit der echten Krinoline. Noch bis zum letzten Oktoberfest vor dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1938 wurde das Karussell rein mit Muskelkraft in Bewegung gesetzt. Heute ist zwar ein Motor für das Fahrvergnügen zuständig, aber die musikalische Begleitung sorgt auch heute die Original-Krinoline-Blaskapelle, die auf einem kleinen Balkon am Karussell musiziert.

Ebenfalls gehört das Riesenrad zu den ältesten Attraktionen, auch wenn das heute auf der Wiesn stehende Riesenrad nicht aus dem späten 19. Jahrhundert, sondern aus dem Jahr 1979 stammt. Ein erstes Exemplar – damals noch aus Holz – stand bereits in den 1880er Jahren auf der Festwiese. Sein Durchmesser maß für die damalige Zeit atemberaubende zwölf Meter. Hundert Jahre späte wäre das den Riesenradbesuchern klein vorgekommen, denn bis dahin war der Ring um das Vierfache "gewachsen". Aber groß oder klein, auch heute gehört es zu den bekanntesten Attraktionen des Oktoberfestes und bietet seinen die Möglichkeit, die Festwiese aus luftiger Höhe zu betrachten.

Eine besondere Anziehungskraft geht vom Pitts Todeswand aus. Diese Attraktion ist eigentlich ein großer, circa zwölf Meter hoher Zylinder aus Holz. An der senkrechten Innenwand fahren die Schausteller mit Motorrädern aus den frühen 1930er Jahren – so alt wie die Todeswand selbst – und gleiten nach oben, wo die Zuschauer stehen. Nur durch die Zentrifugalkraft und Fahrtgeschwindigkeit an der Senkrechten gehalten, vollführen die Fahrer zudem atemberaubende Kunststücke.

Eine besondere Oktoberfestattraktion ist der Flohzirkus. Seit dem kleiner angelegten "Herbstfest" im Jahr 1948 begeistert der Zirkusdirektor mit seinen 60 Flöhen die Zuschauer – und in sucht in seinen Pausen nach neuen Zirkusmitgliedern im Fell der vorbeiziehenden Hunde. Eine traditionelle Belustigung für wenig Geld, gibt es den Flohzirkus heute in keinem anderen Volksfest als auf der Wiesn.

Von den modernen Fahrgeschäften ist wohl der Olympia Looping der größte Kassenmagnet überhaupt (unten im Bild). Seit 1989 jährlich auf dem Oktoberfest, gehört die Riesenachterbahn mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h auch bereits zu den Wahrzeichen der Wiesn. Und noch eine Besonderheit: der Olympia Looping ist die größte mobile Achterbahn der Welt und die einzige Loopingbahn, die von Jahrmarkt zu Jahrmarkt transportiert wird. Wie der Name schon sagt, rast der Fahrgast durch fünf 12 bis 20 Meter hohe Loopings, die angeordnet sind wie die Ringe auf dem Olympiasymbol. Und auch dieses Symbol passt bestens mit der Wiesn zusammen, wurden doch auf dem Fest zur Anfangszeit sportliche Wettbewerbe in antiken olympischen Disziplinen ausgetragen.