Klosterbrauerei Andechs

Die von der Benediktinerabtei St. Bonifaz geführte Klosterbrauerei Andechs gehört wohl zu den bekanntesten Spezialitätenbrauereien Oberbayerns. Als einzige Klosterbrauerei in Deutschland braut Andechs Bockbiere durch das ganze Jahr hindurch, und vertreibt sie auch deutschland- und weltweit. So wird auch nur ein kleiner Teil der jährlichen Gesamtproduktion in der Klosterwirtschaft und im umliegenden Biergarten ausgeschenkt.

Das Bierbrauen hat in Andechs lange Traditionen. Urkundlich ist bestätigt, dass die Mönche bereits im Spätmittelalter um 1450 am Bräukessel standen. Da die Produktion mit über 100.000 hl jährlich recht umfangreich ist, wird heute nicht mehr im, sondern am Fuß des Heiligen Berges gebraut. Der Weg zum Klosteranwesen und -wirtschaft lohnt sich dennoch immer und zieht stets zahlreiche Touristen und Einheimische an.

 

Klosterbrauerei Ettal

Zu den wenigen echten Klosterbrauereien, in denen die Mönche selbst Bier brauen, gehört auch die Klosterbrauerei Ettal. Die Gründung des Klosters im oberbayerischen Oberammergau geht auf das Jahr 1330 zurück. Nachdem mit Ludwig dem Bayern zum ersten Mal ein bayerischer König zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt worden war, gründete er das Kloster Ettal, vor allem um die Verkehrswege nach Süden zu erschließen. Zur Bierherstellung betrieb das Kloster im 15. und 16. Jahrhundert zunächst eine Brauerei im nahegelegenen Dorf Oberammergau, bis das klostereigene Brauereigebäude 1609 errichtet wurde. Das vom Herzog Maximilian von Bayern erlassene offizielle Braurecht der Ettaler Brauerei datiert aus dem Jahr 1618 – unmittelbar vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde die Klosterbrauerei erweitert und neue Brauereigebäude errichtet, bis das Kloster Ettal, wie viele andere Klöster, im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 geschlossen und die Brauerei verkauft wurden. Erst als das Kloster und die Brauereigebäude im Jahr 1899 – nach mehrmaligem Besitzerwechsel im Laufe des Jahrhunderts – an die oberbayerische Abtei Scheyern verkauft wurden, wurde die Wiederbegründung Ettals als Kloster und Klosterbrauerei möglich.

Das Kloster Ettal wurde im Jahr 1900 wiederbegründet und seither tragen die Mönche auch die Verantwortung für die Klosterbrauerei, die nach wie vor einen wichtigen Wirtschaftsfaktor des Klosters darstellt. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts werden die Ettaler Klosterbiere auch international vertrieben. Und seit der Gründung des Ettaler Brauerei- und Destillationsmuseums können sich die Klosterbesucher mit der Geschichte der Klosterbrauerei und des Bierbrauens vertraut machen.

 

 

Die Klosterpforte des Klosters Scheyern

Klosterbrauerei Scheyern

Im Benediktinerkloster im oberbayerischen Scheyern wurde bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts – seit dem Jahr 1119 – Bier gebraut. So ist die Klosterbrauerei Scheyern nicht nur die drittälteste Brauerei Deutschlands – nach Weihenstephan und Weltenburg –, sondern zählt auch weltweit zu den ältesten Brauereien überhaupt.

Nachdem die Klosterbrauerei mehrere Jahrzehnte lang privat verpachtet war, übernahmen die Scheyerer Mönche das Brauhandwerk zu Beginn des neuen Jahrtausends wieder in die eigene Hand. Die Brauereigebäude und -einrichtung sowie die Bräustube wurden modernisiert und restauriert, und seit dem Jahr 2006 wird im Kloster Scheyern wieder traditionelles Klosterbier gebraut.

 

 

Klosterbrauerei Mallersdorf

In Niederrbayern, unweit vom international bekannteren Kloster Weltenburg liegt das Kloster Mallersdorf. Dieses Anfang des 12. Jahrhunderts gegründete ehemaligeBenediktinerkloster gehörte jahrhundertelang um Einflussgebiet des mächtigen Bistums Regensburg und wurde – wie andere Klöster auch – im Zuge der Säkularisation zunächst aufgelöst. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts besteht das Kloster allerdings wieder, nun unter der Führung von Armen Franziskanerinnen. Und somit hat Mallersdorf die einzige weiblich geführte Klosterbrauerei: auch heute noch sind die Nonnen zuständig für die Herstellung des klostereigenen Bieres.

Neben den sakralen Bauwerken, die von der langen Geschichte des Klosters sowie von dessen kultureller Blüte im bayerischen Rokoko des 18. Jahrhunderts zeit erzählen, steht auch die Gebäude der kleinen Brauerei. Trotz der relativ niedrigen Jahresproduktion von nur einigen Tausend Hektolitern werden dort neben einem hellen Vollbier auch ein ungefiltertes Kellerbier bzw. "Zoigl" sowie zwei Bockbierspezialitäten gebraut.

 

Klosterbrauerei Kreuzberg

Auch im nordbayerischen Unterfranken findet man eine noch existierende Klosterbrauerei, in der die Mönche selbst für das Brauwesen verantwortlich sind. Das FranziskanerklosterKreuzberg liegt am Westhang des Kreuzbergs, des „Heiligen Bergs der Franken“. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster errichtet, und seit dem Jahr 1731 wird in der Klosterbrauerei Kreuzberg – ohne Unterbrechung – Bier gebraut.

Im Gegensatz zu fast allen anderen bayerischen Klöstern wurde das Kloster Kreuzberg im Jahr 1803 nicht aufgelöst. Nachdem Unterfranken um Würzburg im Wiener Kongress an Bayern fiel, wurde auch das ursprünglich verhängte Wallfahrtsverbot vom König Ludwig I. wieder aufgehoben, und der Fortbestand des Klosters durch königliches Dekret im Jahr 1826 gesichert.

Die Klosterbrauerei wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts modernisiert. Mit über eine halbe Million Wallfahrern jährlich, stellt die Brauerei auch heute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor des Klosters dar. Kreuzberg, der Heilige Berg der Franken ist mit seinem Kloster ein beliebter Wallfahrtsort, der mit seiner Klosterwirtschaft auch eine Übernachtungsmöglichkeit für seine Besucher bietet.

 

Klosterbrauerei Ursberg

Eine der letzten echten Klosterbrauereien ist auch die Brauerei des Franziskanerklosters Ursberg im bayerischen Schwaben in der Nähe von Augsburg. Dort erbaute das Kloster bereits im Jahr 1623 eine Brauerei. Nach alten Rezepten werden bis heute Klosterbiere aus dem Wasser des eigenen Brunnens und den reinen Grundzutaten traditionell gebraut.

 

Klosterbrauerei Weltenburg

Das Benediktinerkloster Weltenburg im niederbayerischen Kelheim an der Donau ist eines der ältesten Klöster und wohl die älteste, heute noch im Rahmen eines Klosters bestehende Brauerei der Welt – wenn die Brauereitätigkeit auch heute nicht mehr von den Mönchen des Klosters Weltenburg ausgeführt wird. Archäologische Grabungen deuten auch darauf hin, dass die Gegend im südöstlichen Bayern zu den sehr frühen Siedlungsgebieten der Menschheit gehörte. Am Standort des Weltenburger Klosterwesens hat man Funde aus vorgeschichtlicher Zeit entdeckt, und in der Antike befanden sich dort der Ausgangspunkt einer römischen Militärstraße und eine römische Militärstation.

Die Gründung des Klosters Weltenburg geht auf das siebte Jahrhundert zurück, und auch die Klosterbrauerei besteht bereits besteht seit 1050. So ist die 1040 als Klosterbrauerei gegründete Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan zwar noch älter als die Klosterbrauerei Weltenburg, aber die Weihenstephaner Abtei wurde während der Säkularisation im Jahr 1803 abgelöst. Dasselbe Schicksal erlitt das Kloster Weltenburg zwar auch zunächst, aber im Jahr 1842 ließ König Ludwig I. das Kloster erneut errichten.

Heute kann man im Anwesen des Klosters kirchliche Architektur aus vielen christlichen Jahrhunderten bewundern, während man gleichzeitig im Klosterhof die Gelegenheit hat, die Klosterbiere Weltenburger Brauerei kosten. Seit 2007 werden darüber hinaus an Wochenenden Führungen durch die klösterliche Brauerei angeboten, dessen Jahresproduktion bei knapp 30.000 Hektolitern liegt. Berühmt ist die Brauerei vor allem für das "Weltenburger Kloster Barock Dunkel", das mehrfach durch internationale Preise ausgezeichnet worden ist.

 

 

Klosterbrauerei Neuzelle

Die Wurzeln der in Brandenburg liegenden Klosterbrauerei Neuzelle gehen auf das frühe 15. Jahrhundert zurück, denn nachweislich gehörte auch Hopfen zu den bäuerlichen Zinszahlungen an das Kloster. Im Jahr 1589 erhielten die Neuzeller Mönche vom Kaiser Rudolf II. dann die Genehmigung, ihr Bier auch im Umland zu verkaufen.

Auch nach der Säkularisation im Jahr 1817 wurde die Klosterbrauerei in privater Hand weitergeführt, bis sie 1948 verstaatlicht wurde. Erst nach der Wende bekam die Brauerei ihren ursprünglichen Namen Klosterbrauerei Neuzelle zurück, und seit 1992 wird sie wieder als Privatbrauerei geführt.

 

 

 

Heute gehören vor allem Schwarzbiere und Porter zu den Spezialitäten der Klosterbrauerei. Die Brauereispezialität "Der schwarze Abt" wird nach einer über 400 Jahre alten Rezeptur gebraut, die als einziges in Deutschland nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier auch Zucker enthalten darf.

 

 

Klosterbrauerei St. Marienstern

Die Klosterbrauerei des Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern in der sächsischen Oberlausitz wurde im Jahr 1700 gegründet. Gebraut wurde zunächst saisonal, vor allem im Hinblick auf die Fastenzeit, aber nachdem das Kloster das gewerbliche Braurecht erhielt, konnte das Klosterbier auch in umliegende Wirtshäuser verkauft und geliefert werden.

In den 1970er Jahren, im Zuge der zweiten Enteignungswelle in der DDR, wurde die Klosterbrauerei verstaatlicht. Nach der Wende konnte die Bierherstellung wieder aufgenommen werden. So wird in der Klosterwirtschaft wieder das St. Marienstern Klosterbräu ausgeschenkt und auch im Klosterladen verkauft. Allerdings wird nicht mehr im Kloster gebraut, sondern in der naheliegenden Stadtbrauerei Wittichenau.