Bei der Bierherstellung bewirkt die Hefe im Gärprozess , dass im Bräukessel der Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Für die Entstehung vom Bierschaum ist vor allem diese im Gärprozess entstandene Kohlensäure verantwortlich. Neben dem Kohlensäuregehalt des Bieres hat ferner auch der Eiweißgehalt der Gerste eine entscheidende Wirkung auf die Schaumbildung. Für die Haltbarkeit der Schaumkrone sorgt vor allem der Hopfen mit seinen Bitterstoffen. Sie ermöglichen, dass die Kohlensäure- und Eiweißbläschen erstens miteinander reagieren und zweitens auch aneinander haften, wodurch die Bläschen nicht so schnell zerplatzen und der Schaum länger erhalten bleibt.

Der Schaum entsteht letztlich aber weder im Bräukessel noch in der Flasche oder im Fass, sondern erst beim Einschenken des Bieres, und deshalb ist auch die Kunst des Einschenkens entscheidend für die Bildung einer lang anhaltenden Schaumkrone. Erst in dem Moment, in dem das Bier ins Glas eingeschenkt wird, entbindet sich die für die Schaumbildung verantwortliche Kohlensäure, denn jetzt fällt der Druck weg, der sich beim Abfüllen in Fass oder Flasche aufgebaut hatte. Auf dem Weg ins Glas geht die Kohlensäure in einen gasförmigen Zustand über, und so steigen beim Einschenken unzählige feine Bläschen an die Oberfläche. An der Oberfläche der Kohlensäurenbläschen lagern sich Eiweißmoleküle an, die aus der Gerste bzw. dem Weizen stammen und elastische Häutchen um die Bläschen bilden. Ist das Bier dann eingeschenkt, setzt sich dieses Gemisch an der Oberfläche ab und bildet den sahnig-weißen Bierschaum, den Bestandteil jedes guten Bieres.

Beim Einschenken des Bieres ist die Temperatur entscheidend für das Schäumen des Bieres. Denn, je wärmer das Bier ist, umso schneller perlt auch die Kohlensäure. Ist das Bier also zu warm, schäumt es zu stark, und zu kaltes Bier wiederum schäumt zu wenig. Beim Einschenken sollte die Temperatur des Bieres deshalb im Idealfall zwischen sechs und acht Grad liegen. Darüber hinaus beeinflusst auch der Winkel, in dem das Bierglas gehalten wird. Denn je stärker das Bier auf die Glaswände trifft, desto stärker ist die Schaumbildung. Wenn man das Glas also schräg hält, trifft auch das Bier schräg aufs Glas, und so sind die Kräfte geringer, als wenn es direkt auf den Glasboden trifft.

Beim Einschenken des Bieres ist Sauberkeit schließlich oberstes Gebot. Nachdem Fett der schlimmste Feind einer schönen Schaumkrone ist, sollten die Biergläser und -krüge stets völlig sauber und fettfrei sein. Fett verursacht nämlich bei den Kohlensäurebläschen eine Verminderung der Oberflächenspannung, und dadurch zerplatzen diese viel schneller. Wichtig ist auch, dass die sauberen Gläser mit kaltem, klarem Wasser nachgespült werden, denn auch Spülmittelreste haben die gleiche Wirkung auf den Schaum wie Fett.

Mit der Zeit verschwindet allerdings leider auch der herrlichste Schaum. Dies passiert, wenn das die Schaumbläschen platzen und das Bier aus den Räumen zwischen den Bläschen in sich zurückfließt. Dieser Vorgang wird auch durch die natürliche Verdunstung an der Oberfläche gefördert. Da hilft dann nur austrinken und neu einschenken – allerdings aber ohne das Nachspülen des Bierglases zu vergessen.