Das heutige Pilsener entstand in den 1840er Jahren, als das Pilsner "Bürgerliche Brauhaus" aus Niederbayern einen jungen Braumeister, Josef Groll nach Pilsen berief, damit dieser in Böhmen ein gutes Bier der damals schon berühmten Bayerischen Brauart brauen würde. Den ersten Sud nach dieser neuen bayerisch-pilsener Brauartsetzte Braumeister Groll im Oktober 1842 und am 11. November 1842 wurde das erste Pils dieser Brauart im "Bürgerlichen Brauhaus" in Pilsen ausgeschenkt. Heute trägt diese Brauart den Namen Pilsner Urquell.

Das Besondere für diese Brauart war das schonend gedarrte und sehr helle Malz – heute trägt dieses Malz die Bezeichnung "Pilsner Malz" – sowie die außergewöhnlich kalte und zugleich sehr langsame Gärung und lange Lagerung. Die Möglichkeiten zum Brauen mit niedrigeren Temperaturen waren in Böhmen, ähnlich wie im benachbarten Niederbayern durch das relativ kühle Klima gegeben. Dadurch, dass im Winter Eis gesammelt und in den wärmeren Monaten in Kühlkellern und Höhlen gelagert wurde, war man imstande, das ganze Jahr über untergäriges Bier bei Temperaturen von vier bis neun Grad Celsius zu brauen. In der tschechischen Stadt Pilsen, die auch als Namensgeber für diese Brauart steht, haben Besucher des städtischen Brauereimuseums die Möglichkeit sich  ausführlich über die Geschichte des Pils und der untergärigen Brauart zu informieren.