Der Name dieses Spezialbieres, Märzen hat seinen Ursprung in Bayern des 16. Jahrhunderts. Damals wurde in der der bayerischen Brauordnung festgelegt, dass das Bierbrauen nur in den kälteren Monaten zwischen den beiden Heiligen Michaeli und Georg (also zwischen dem 29. September und 23. April) gebraut werden durfte. In den wärmeren Sommermonaten war das Bierbrauen wiederum untersagt. Im Frühling wurde deshalb ein etwas stärkeres und so länger haltbares Märzenbier gebraut, dessen Alkohol- und auch Stammwürzegehalt höher waren. So konnte man sich über die Sommermonate bis zur nächsten Brausaison verhelfen.

Das für den Sommer gebraute Bier wurde in Bierkellern gelagert, die man mit dem im Winter aus den vereisten Seen und Flüssen gebrochenen Natureis kühl hielt. Um den Bierkeller noch zusätzlich von den sommerlichen Sonnenstrahlen zu schützen, wurde der Boden mit Kies bestreut und mit Rosskastanien bepflanzt. Im Sommer war durch die dichten, großblättrigen Bäume für Kühlung gesorgt. Gleichzeitig waren die Wurzeln der Kastanien so flach, dass keine Gefahr bestand, dass das Kellergewölbe beschädigt werden würde.

Die Bierkeller fanden bald neue Verwendung. Dank der Rosskastaniengärten war das Gelände über der Bierkeller nämlich schön kühl und bot sich an heißen Sommertagen als idealen Ort für Bierausschank an. So laden die typischen bayerischen Biergärten und fränkischen Bierkeller mit ihren Tischen und Bänken unter den schattigen Kastanienbäumen auch heute noch zu einem kühlen und gemütlichen Sommerabend ein. Aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts stammt die in München heute noch gültige Verordnung, wonach die Gäste ihre eigenen Speisen und Brotzeit mitnehmen dürfen, nur das Bier müssen sie vom Bierkellerwirt kaufen.