Das Schwarzbier ist, wie alle dunkel gebrauten Biere, weitaus älter und traditioneller als die heute üblicheren hellen Biersorten. So stammen die ersten urkundlich belegten Quellen über das Schwarzbierbrauen in Thüringen aus dem Jahr 1543, und das älteste heute noch bekannte Schwarzbier ist die "Braunschweiger Mumme", die seit dem Spätmittelalter gebraut wird – die erste urkundliche Erwähnung erfolgte bereits im Jahr 1390.

Erst in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hatte man die Technik das Bierbrauens so weit entwickelt, dass es möglich war, die Temperatur beim Mälzen und so auch die Malzfärbung genau zu steuern und somit auch hellere Biere herzustellen. So waren auch alle Biersorten bis ungefähr 200 Jahren eher von dunkler Farbe, und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde überwiegend dunkles Bier getrunken.

Nach und nach, mit dem Siegeszug des Pils wurden die ursprünglichen dunklen Biersorten weitgehend aus dem Mark verdrängt, so dass man sie heute in erster Linie als regionale Spezialitäten kennt: Neben dem ostdeutschen "Schwarzbier" ist es so dem obergärigen "Altbier" aus dem Niederrhein und Düsseldorf und dem bayerischen "Dunklen" ergangen.

Ähnlich wie auch andere dunkle Biere dient das Schwarzbier als Grundlage für beliebte Biermischgetränke. Schwarzbier mit Cola kennt man unter dem Namen Greifswalder oder Schwarzer Diesel.