Eine der frühesten Quellenangaben zum Starkbier stammt aus dem Jahr 1351. So wurde in Einbeck bei Hannover ein sehr kräftiges Bier gebraut, das man bis nach Bayern exportierte. Die bayerischen Herzöge waren von dem Bier so angetan, dass sie gleich auch einen Einbecker Braumeister nach München holten. Dort wurde aus dem Starkbier nach "einpöckscher Brauart" dann bald einfach "Bock". Heute werden deutsche Starkbiere werden vor allem in Bayern gebraut.

Starkbier wurde aber auch in den Klöstern im Rheinland und katholischen Süddeutschland gebraut. Vor allem in der Fastenzeit bot sich das Bier als ein sättigendes und wohlschmeckendes Getränk an. Nach dem Motto "Was flüssig ist, bricht kein Fasten" war das Biertrinken auch während der Fastenzeit erlaubt. So mussten die Mönche trotz der langen Wochen des Fastens nicht hungern. Im Hinblick auf diese Vorgeschichte bezeichnet man das Bier auch heute noch als flüssiges Brot.

In München erhielten die Paulaner-Mönche vom bayerischen Kurfürsten Maximilian I. im Jahr 1629 das Privileg, eigenes Bier zu brauen. Die Mönche hoben die Stammwürze ihres Bieres an und erhielten so ein noch stärkeres und nahrhafteres Bier als das "einpöcksche" des Hofbräuhauses. Auch heute kennt man die "doppelt" so starken Starkbiere unter dem Namen "Doppelbock". Nachdem diesem Salvator-Doppelbock der Paulanerbrauerei haben dort auch die starken Doppelbockbiere der anderen Brauereien in ihrem Namen die Endsilbe "-ator". Es gibt den Animator, Maximator, Optimator, Triumphator… Und in den auf Bayerisch erschienen Asterix-Geschichten heißt der Zaubertrank "Zauberator".

Traditionell werden Starkbiere heute noch vor allem für die Fastenzeit vor Ostern gebraut, und der jährlich durchgeführte feierliche Salvator-Anstich geht auf dem Münchener Nockherberg ist auch ein international bekanntes Ereignis. Die Tradition des Starkbieranstichs geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Im Zuge der Säkularisation wurde auch das Kloster der Paulanermönche im enteignet und vom Wittelsbacher Herrscherhaus an den Braumeister Franz Xaver Zacherl verpachtet, der die Brauerei unter den Namen Paulaner weiterführte. Zacherl führte auch Tradition des alljährlichen Starkbieranstichs fort, allerdings mit dem Unterschied, dass das eingeladene politische Prominenz – wie heute noch – im Laufe der Feierlichkeiten in Form eines Singspiels kabarettistisch durch den Kakao gezogen wird.