Die bayerischen Biergärten sind bekannt für ihre großen, dichten Rosskastanien, die in den heißen Sommermonaten für herrlich kühlenden Schatten sorgen. Unter den Bäumen sitzend können die Biergartengäste der großen Bierkeller auch heute noch ihre selbst mitgebrachten Speisen und Brotzeiten genießen, nur das Bier und andere Getränke müssen sie vom Bierkellerwirt kaufen.

Die ersten Biergärten entstanden im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in München. Im Jahr 1812 bekamen die Bierbrauer per königliche Verordnung die Sondererlaubnis, Bier direkt am Bierkeller zu verkaufen. Das zur gewerblichen Bewirtung von Gästen erforderliche Krugrecht erhielten die Bierkeller damals nicht, und so war es von Anfang an erlaubt, dass die Gäste zu dem am Bierkeller gekauften Bier ihre eigenen Speisen selbst mitbringen und diese unter den Schatten spendenden Kastanien konsumieren dürfen. Neben den großen Biergärten, wo dieses alte Biergartenecht gilt, gibt es heute auch viele Restaurants mit schönen Bier- bzw. Gastgärten – allerdings dann mit dem Unterschied, dass man dort selbstverständlich nichts Mitgebrachtes isst oder trinkt.

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Biergartenkultur seit Jahrhunderten