In der Entwicklung des Bierbrauenshaben die Klöster und Klosterbrauereien in Europa eine bedeutende Rolle gespielt. Dadurch dass die Mönche das Bierbrauen übernahmen, wurde aus der zunächst häuslichen Tätigkeit allmählich ein anerkanntes Handwerk und ein "Männerberuf". Darüber hinaus hatten die Klöster einen entscheidenden Einfluss auf die Kommerzialisierung des Brauwesens. Zunächst brauten die Mönche zwar nur für den eigenen Bedarf, aber im Laufe der Zeit bekamen die Klöster die Rechte, auch eigene Wirtsstuben zu errichten und ihre Biere für die Bewohner der umliegenden Dörfer und Städte zu verkaufen.

Obwohl die Klöster durch die Jahrhunderte hindurch also die Entwicklung des Brauwesens beeinflusst hatten, gibt es heute allerdings nur noch einige wenige echte Klosterbrauereien, in denen die Mönche – oder Nonnen – das Bier noch selbst brauen. Ein wichtiger Grund für die Dezimierung der Klosterbrauereien liegt an der Säkularisation, also Enteignung und Verstaatlichung der Klöster und des klösterlichen Besitzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Während der Napoleonischen Kriege nutzten die Herrscher vor allem in den mittelgroßen deutschen Staaten die Situation aus, um die politische Macht der Kirche zu schmälern und enteigneten somit auch den klösterlichen Besitz. Nur einige wenige Klöster blieben von dieser Entwicklung verschont oder konnten ihre Tätigkeit im Laufe des 19. Jahrhunderts erneut aufnehmen. Hinzu kommt, dass auch viele solche Klöster, die zwar nicht säkularisiert worden, ihre Brauereien aber dennoch  im Laufe der Zeit an private Pächter überließen.

So gibt es heute Deutschlandweit nur noch sechs echte Klosterbrauereien, also solche noch bestehende Klöster, die zugleich auch als Brauerei tätig sind. Dabei gab es vor der Säkularisation im Jahr 1803 allein in Bayern fast 350 Klosterbrauereien. Die heute noch existierenden „echten“ Klosterbrauereien befinden sich im südlichen Deutschland, in Bayern. Diese sind die drei oberbayerischen Benediktinerklöster Andechs, Ettal, Scheyern sowie die ebenfalls drei Franziskanerklöster Mallersdorf in Niederbayern, Kreuzberg in Unterfranken sowie Ursberg im bayerischen Schwaben in der Nähe von Augsburg.

Neben diesen heute noch klösterlich geführten Brauereien gibt es viele Brauereien mit klösterlicher Geschichte. In einigen werden auch heute noch Biere mit klösterlichen Namen und Rezepturen gebraut, auch wenn die Brauerei private Unternehmen verkauft oder verpachtet sind. Zu diesen Brauereien gehört auch Kloster Weltenburg, die vermutlich älteste Klosterbrauerei der Welt – sowie und etliche andere, auch international bekannte bayerische Brauereien. Interessanterweise gibt es auch im Osten Deutschlands heute wieder ein paar Brauereien mit jahrhundertelanger klösterlicher Geschichte, die nach der Wende 1990 erneut mit der Brauereitätigkeit begonnen haben. So befindet sich in Brandenburg, an der polnischen Grenze die Klosterbrauerei Neuzelle und im sorbischsprachigen Sachsen die Klosterbrauerei Marienstern.

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